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Vereinsgeschichte

Christiane Augsburger

Liebe Freunde des Tierheims in Nied,

wo findet man die „Hasencity“, die „Villa Berta“ und die „Seniorenresidenz“?

Diese fantasie- und liebevollen Bezeichnungen von Unterkünften gibt es natürlich in der Tierschutzanlage Nied. Seit vier Jahrzehnten engagieren sich Aktive und Unterstützer des Tierschutzvereins Schwalbach & Frankfurt-West e.V., um kleinen Haustieren in Not, beispielsweise Katzen, Kaninchen oder Meerschweinchen, ein angemessenes Zuhause zu bieten.

Hier finden nicht nur Tiere, die sich wieder vermitteln lassen, vorübergehend ein Obdach. Auch kranke Tiere werden gepflegt, und alte Tiere dürfen ver- und umsorgt ihren „Ruhestand“ hier verbringen. Wer die Tierschutzanlage kennt, weiß, dass für sie viele Herzen schlagen – und sich viele Hände für sie bewegen.

Auch aus diesem Grund freue ich mich immer wieder, wenn ich dazu beitragen kann, die engagierte Arbeit des Tierschutzvereins zu würdigen und in unserer Stadt bekannt zu machen. Auch wenn das Schwalbacher Tierheim in Nied nicht gleich um die Ecke ist – ein Besuch bei seinen Bewohnern und den engagierten Helferinnen und Helfern lohnt sich. Ihnen, den Helferinnen und Helfern, danke ich, auch im Namen des Magistrates der Stadt, sehr herzlich und ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude dabei, Gutes zu tun!

Ihre Christiane Augsburger
Bürgermeisterin Schwalbach/Ts.

Petra Decken

Liebe Tierfreunde und Förderer des TSV Schwalbach und Frankfurt-West e.V.

Seit unserer letzten Festschrift sind 10 Jahre vergangen und es ist, wie Sie auf den nächsten Seiten lesen und sehen können, viel passiert. Wie es der Zufall will, bin auch ich im Mai 2015 genau 10 Jahre Teil dieses Vereins und habe mich seither dem Schutz der Tiere verschrieben, egal ob Haus- oder sogenanntes Nutztier, mir liegen alle am Herzen.

Viele, die mich von früher kennen, haben am Anfang gesagt: „Endlich kannst du was machen, das super zu dir passt“. Denn ich habe zwar eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht, war aber nie glücklich in diesem Beruf. Mit den Tieren zu arbeiten ist für mich, wie für viele andere Menschen um mich herum zum Glück auch, die reine Erfüllung. Es ist zwar schwer, wenn man so oft sieht, wie schlecht mit vielen unserer Mitwesen umgegangen wird. Aber wenn man nur jammert und klagt, wie schrecklich das Unrecht an den Tieren ist, ist keinem geholfen, vor allem den Tieren nicht. Außerdem wird man so oft belohnt, wenn die Tiere dann glücklich in ihr schönes neues Zuhause umziehen oder bei uns ein artgerechtes Leben führen können.

Oft musste ich mir auch anhören: „Du kannst nicht die Welt retten“. Aber dafür gibt es eine wunderbare Weisheit:

Ein einzelnes Tier zu retten, verändert nicht die Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier!

Ob nun ausgesetzt, verletzt oder durch die Trennung vom geliebten Menschen und der gewohnten Umgebung traumatisiert: Es liegt an uns, diesen armen Geschöpfen zu helfen, wieder glücklich und vor allem artgerecht zu leben, aber, wenn es der Gesundheitszustand nicht anders zulässt, eben auch in Würde zu sterben.

Auch in unserem Verein kommen und gehen Menschen, die helfen wollen oder können, aus den verschiedensten Gründen und wir sind froh über jeden, der unsere Arbeit unterstützt: Ob durch Mitarbeit im Tierheim – sozusagen „an der Front“, beim täglichen Versorgen unserer Schützlinge – oder auch im Vorstand, man kann Feste organisieren und dort mithelfen, Spenden sammeln und „Förderer an Land ziehen“. Auch diejenigen sind wichtig, die „nur“ mal ein paar Döschen, Äpfelchen oder Handtücher vorbeibringen, Katzen streicheln, das Gelände und die Gebäude in Schuss halten oder Blumen pflanzen. Jede Hilfe ist wichtig und kann unsere Arbeit nur erleichtern.

Natürlich sind auch finanzielle Hilfen von „Außen“ sehr wichtig, ob kleine oder große Beträge durch Spenden oder Patenschaften, ob Erbschaften, ob Zuschüsse der Städte Schwalbach am Taunus und Frankfurt am Main für die Aufnahme von Fundtieren oder auch die Unterstützung verschiedener Organisationen für unsere Auszubildenden: Ohne diese vielen Faktoren, hinter denen ja immer Menschen und natürlich Tierfreunde stehen, würde es uns nicht geben.

Als erste Vorsitzende bin ich jetzt im 3. Jahr und im 9. Jahr als Tierheimleiterin tätig. Ich bin dankbar, mit dem Vorstand, unseren Mitarbeitern und den Ehrenamtlichen so viel für die Tiere aus Schwalbach bzw. Frankfurt und Umgebung tun zu können und freue mich, Ihnen unsere Arbeit und unsere Geschichte in der folgenden Chronik vorstellen zu können.

Für die Zukunft hoffe ich, dass der Tierschutzgedanke in immer mehr Herzen der Menschen Zugang findet und wir immer weniger gebraucht werden. Aber bis dahin werden wir weiter gegen das Unrecht, das an unschuldigen Tieren begangen wird, kämpfen! Und hoffentlich bleiben Sie dabei an unserer Seite. Wir danken für die letzten 40 Jahre von ganzem Herzen!

Für die Zukunft hoffe ich, dass der Tierschutzgedanke in immer mehr Herzen der Menschen Zugang findet und wir immer weniger gebraucht werden. Aber bis dahin werden wir weiter gegen das Unrecht, das an unschuldigen Tieren begangen wird, kämpfen! Und hoffentlich bleiben Sie dabei an unserer Seite. Wir danken für die letzten 40 Jahre von ganzem Herzen!

Ihre Petra Decken

Vorsitzende & Tierheimleiterin

im Namen des Vorstandes und des gesamten Tierheim-Teams

Wie es zur Gründung kam

Im Alter von ungefähr sechs Jahren fand ich beim Spielen im Gebüsch eine halbverhungerte, heruntergekommene, herrenlose Katze. Ich nahm die Katze auf den Arm und brachte sie zu mir nach Hause. Eigentlich hatte ich mich ja auf längere Verhandlungen mit meinen Eltern eingestellt, um sie behalten zu können. Meiner Mutter tat der Findling aber sofort leid und so hatten wir neben Hasen, Meerschweinchen, Kanarienvogel und Hund nun noch einen neuen Hausgenossen.

„Muschi“, so nannte ich sie, fühlte sich bei uns sofort wohl. Sie kam mit dem Hund gut aus und akzeptierte auch die anderen Tiere. Überhaupt war sie eine besonders geduldige Katze. Wenn ich heute so zurückdenke und überlege, was ich als Kind alles mit ihr angestellt habe: geherzt, geknuddelt, stundenlang in der Gegend herumgetragen oder in meinem Puppenwagen spazieren gefahren – sie hat alles ohne Knurren, Fauchen oder Kratzen über sich ergehen lassen.

Die Freude über meine Katze währte aber nicht lange. Irgendwann einmal kam Muschi und erbrach sich häufig – doch alles Kämpfen um sie nutzte nichts – sie starb. Ich konnte das damals überhaupt nicht verstehen und war über ihren Tod sehr unglücklich. Meinen Eltern kam das alles sehr merkwürdig vor, zumal Muschi schon unsere vierte Katze war, die auf diese seltsame Art ums Leben kam. Deshalb ließen sie die tote Katze medizinisch untersuchen.

Es stellte sich heraus, dass sie von irgendwelchen herzlosen Mitmenschen in Form eines Fleischköders, versehen mit Pflanzenschutzmittel, vergiftet worden war. Wir waren darüber alle ziemlich aufgebracht und wollten die Vorkommnisse aufklären. Meine Mutter startete eine Flugblattaktion in der Hoffnung, hilfreiche Hinweise zu erhalten, jedoch konnte der Tod von Muschi niemals aufgeklärt werden.

Auf diese Aktion meldeten sich einige der Nachbarn, deren Tiere auf ähnliche Weise ums Leben gekommen oder sogar völlig verschwunden waren und sie überlegten, was man tun könne, um solchen Tierquälern das Handwerk zu legen.

Der Tierschutzgedanke war geboren –

Barbara Hausmann

Das Interesse wächst

Aus diesem Kreis tierlieber Menschen entwickelte sich eine Interessengemeinschaft, die sich systematisch mit den örtlichen Missständen auseinandersetzte, sich um herumstreunende und herrenlose Tiere oder unsachgemäße Tierhaltung und vieles mehr kümmerte. So fand man auch heraus, dass innerhalb eines Jahres mehr als 30 Katzen spurlos verschwunden waren.

Diese unhaltbaren Zustände veranlassten besonders Frau Hausmann, über die Gründung eines örtlichen Tierschutzvereins nachzudenken. Sie informierte sich bei umliegenden Vereinen nach den notwendigen Voraussetzungen und den zu erfüllenden Auflagen. Ihre Überlegungen und Anstrengungen führten schließlich zu dem festen Entschluss, in Schwalbach einen Tierschutzverein zu gründen.

Die Gründung

Am 7. März 1975 um 19 Uhr war es dann endlich soweit: In der katholischen Kirche St. Martin in Schwalbach/Ts. fand die Gründungssitzung statt. Neben den Gründungsmitgliedern leistete der damalige Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Hessen, Herr Ries, den engagierten Tierschützern Schützenhilfe.

Als erste Vorsitzende des Vereins wurde Frau Christa Hausmann und als Stellvertreterin Frau Rudl gewählt. Gemeinsam wurde die erste Satzung erstellt und von den folgenden Gründungsmitgliedern unterschrieben: Christa Maria Hausmann, Gertrud Walsdorf, Hilde Gohlke, M. Grausch, Hildegard Müller, Anna Gronostay.

Am 21. April 1975 wurde der Tierschutzverein Schwalbach (Taunus) und Umgebung e.V. in das Vereinsregister beim Amtsgericht Königstein/Ts. eingetragen. Da die Satzung laut dem zuständigen Finanzamt in Frankfurt nicht in allen Paragraphen den Vorgaben der Gemeinnützigkeit entsprach, wurde sie überarbeitet und auf Beschluss der Mitgliederversammlung vom 1. September 1975 am 8. Dezember 1975 erneut eingetragen.

Die Stadt Schwalbach verschickte z.B. in Zusammenarbeit mit dem TSV einen mehrsprachigen Informationsbrief an die ca. 400 Hundehalter – in diesem wurde versucht, den Hundehaltern die hiesige Gesetzeslage zu erläutern, was auch in den meisten Fällen zum Erfolg führte. In der Grundschule hielt eine Lehrerin Informationsveranstaltungen für die Kinder. Aus diesen Kindern bildete sich später eine Jugendgruppe, die noch einige Jahre aktiv tätig war, bis sie sich schließlich auflöste.

Eine andere Aufgabe galt es mit den privaten Pflegestellen zu bewältigen: Anfangs fanden Fund- oder Abgabetiere noch bei Frau Hausmann und einigen anderen Mitgliedern ein vorübergehendes Zuhause, doch schon bald war hier die Aufnahmekapazität erschöpft.

Zunächst wurde erst einmal versucht, über Zeitungsinserate noch mehr private Pflegestellen zu finden. Auf diesem Wege fand neben einigen anderen auch Familie Künast zu uns. Bei Frau Künast, die sich zusammen mit ihrem Mann vorbildlich für den Tierschutz einsetzte, fanden viele Katzen vorübergehend, einige aber auch für immer, ein Zuhause.

Der Verein wird bekannt

Unsere Tierschutzarbeit beschränkte sich inzwischen nicht nur auf Schwalbach. Wir wurden immer öfter gebeten, auch im Raum Niederhöchstadt und Eschborn tätig zu werden. Wir mussten dieser Nachfrage Rechnung tragen und erweiterten daher auf Beschluss der Mitgliederversammlung vom 21. Mai 1979 den Namen unseres Vereins in Tierschutzverein Schwalbach / Eschborn und Umgebung e.V.

Trotz aller Hilfe reichte die Aufnahmekapazität bei den privaten Pflegestellen einfach nicht mehr aus. Daher mussten wir gelegentlich, besonders in den Sommermonaten, sogar Tiere in umliegenden Tierpensionen gegen Bezahlung unterbringen.

Das erste Katzenhaus

Bei einer Katzenfang- und Kastrationsaktion auf dem Gelände des Höchster Krankenhauses lernten wir eine Krankenschwester kennen, die uns auf ihrem Grundstück in Sossenheim die Unterbringung von Katzen anbot. Einige Zeit später verpachtete sie uns einen Teil ihres Grundstücks. Im Frühjahr 1982 errichtete Herr Künast dort in liebevoller Arbeit eine Hütte mit Käfigen und Außenzwingern. Zwar reichte der Platz dort nur für Katzen aus, aber es war ein Anfang und wir waren alle ziemlich stolz auf unser allererstes Tierheim. Allerdings war dies für uns eine völlig neu zu überdenkende Situation: Neben den Schwierigkeiten, ohne Wasser und Strom auszukommen, war auch die Betreuung der untergebrachten Tiere zu organisieren.

Für Heizung und Licht im kleinen Katzenhaus wurde eine Gasversorgung installiert, Frischwasser musste in Kanistern herangeschafft werden. Neben den alltäglichen Fragen: Wer wäscht die Wäsche, wer besorgt Futter und Streu? mussten jetzt auch Tausende anderer alltäglichen Kleinigkeiten organisiert werden. Diese Aufgaben haben an erster Stelle die Künasts übernommen – Herr Künast sorgte fürsorglich für eine lückenlose Versorgung mit Futter, Streu und allen anderen notwendigen Dingen, und mit Frau Künast konnte unser Verein die erste hauptverantwortliche Tierheimleiterin gewinnen.

An den Vormittagen unterstützte eine Aushilfskraft sie stundenweise; die Abend- und Wochenendarbeiten wurden von freiwilligen Helfern erledigt. Durch die Lage des Tierheims inmitten der Sossenheimer Gartengrundstücke kam es leider auch zu unerfreulichen Zwischenfällen – mehrere Male wurden Gasflaschen gestohlen, es wurde versucht, Feuer zu legen und viele andere Dinge mehr.

Der Standort Sossenheim hatte aber einen wichtigen positiven Aspekt: Viele Anwohner wurden auf uns aufmerksam und unterstützten als neugewonnene Mitglieder und ehrenamtliche Helfer im „Sossenheimer Katzenhaus“, wie z. B. auch Jürgen Schürger, später lange Jahre erster Vorsitzender.

Der Verein hatte sich inzwischen so gut etabliert, dass eine dauerhafte Vereinbarung mit der Stadt Schwalbach getroffen werden konnte, in der sich der Verein zur Aufnahme aller herrenlosen Tiere aus dem Stadtbereich verpflichtete – damit hatten wir neben den Mitgliedsbeiträgen auch unsere erste fest kalkulierbare Einnahme!

Die Tierschutzarbeit wurde so gut angenommen, dass allmählich auch das Katzenhaus in Sossenheim aus allen Nähten platzte und die Pflegestellen ebenfalls ständig hoffnungslos überfüllt waren. Hier entstand der Gedanke, sich mit anderen Vereinen zusammenzuschließen, um ein größeres Tierheim zu unterhalten – was leider nicht wirklich verwirklicht werden konnte.

Suche nach einem neuen Domizil

Mancher mag sich fragen, weshalb der Schwalbacher Tierschutzverein ausgerechnet in Frankfurt ansässig wurde. Die Gründe liegen darin, dass es gerade für ein solches Projekt sehr schwer ist, ein passendes Gelände für kranke und abgeschobene Tiere und den damit verbundenen hygienischen Problemen und Rahmenbedingungen zu finden, und dass es fast unmöglich ist, verständnisvolle Vermieter bzw. Nachbarn zu finden.

Nach einigen vergeblichen Bemühungen von Frau Hausmann, in Schwalbach oder Eschborn ein geeignetes Gelände zu finden, wurde sie 1988 von einer Tierärztin des staatlichen Veterinäramtes in Frankfurt darauf aufmerksam gemacht, dass in Nied ein geeignetes Grundstück zu pachten wäre. Da dieses Grundstück vorher als Katzenpension genutzt wurde, befanden sich dort schon zwei Gebäude sowie ein Außengehege, die Tierhaltung wäre ebenfalls zulässig. Die Vorstandsmitglieder trafen sich zu einer Ortsbesichtigung und nach eingehender Beratung war klar, dass dieses Gelände für unsere Zwecke mehr als ideal war.

Durch eine Spende in Höhe von 50.000 DM, die wir von einem lieben, heute inzwischen hochbetagten Mitglied erhielten, konnten wir den geforderten Abstand zahlen sowie die notwendigen Renovierungsarbeiten vornehmen.
Nachdem die Pachtverträge mit der Stadt Frankfurt, einer Erbengemeinschaft und dem Forstamt Hofheim unterschrieben waren, konnte es endlich an die Arbeit gehen.

Wir bauen das neue Zuhause

Das neue Gelände war wirklich angemessen – 3.000 qm groß, mit Wiesen, festen Zäunen, mehreren Gebäuden und in einer malerischen, ruhigen Lage am Mainufer in Frankfurt-Nied.

Allerdings kam damit auch eine Menge Arbeit, die für uns alle erst mal unüberschaubar schien, auf uns zu: Das gesamte Gelände und die darauf befindliche Gebäude mussten gründlich entrümpelt, aufgeräumt, umgebaut und renoviert werden.

Das als Katzenhaus vorgesehene Gebäude erforderte den größten Arbeitsaufwand. Pläne wurden erstellt und – nachdem die optimale Lösung gefunden war- ging der Umbau los. Das Gebäude war zu niedrig, es musste erhöht werden, neue Fenster und Türen wurden eingesetzt und für die Katzen ein zweites Außengehege angebaut.

Abgesehen von der notwendigen Innenarbeit – alle Räume wurden komplett gekachelt, sowie vollständig mit neuen Elektro-, Heizungs- und Wasserinstallationen versehen – musste ja auch noch an ein Hasengehege und ein Gehege für Vögel gedacht werden. Unsere privaten Pflegestellen für Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel platzten wirklich schon aus allen Nähten und mit dem Gelände übernahmen wir auch vier schöne Pfauen, die angemessen untergebracht werden mussten.

Unter vollem Einsatz erstellten unsere vielen unermüdlichen ehrenamtlichen Helfer das neue Tierheim in kürzester Zeit – einen Winter und einen Sommer lang bauten und hämmerten, gruben und räumten, schwitzten und arbeiteten viele fleißige Hände.

Im Herbst 1989 konnten unsere Katzen dann endlich aus dem zu klein gewordenen Katzenhäuschen in Sossenheim in ihr neues Domizil umsiedeln.

Das Bauen war noch immer nicht beendet – auch in den darauffolgenden Jahren wurde in den Sommermonaten ständig weiter an- und ausgebaut. Es war und ist auch heute noch viel zu erledigen und das Tierheim-Projekt hat sich inzwischen auf ein schönes großes Katzenhaus mit zwei überdachten Außengehegen, einer Hasencity, einem Pfauengehege und weiteren kleinen Gebäuden erweitert und es wird auch weiterhin ständig instand gehalten.

Der Verein verändert sich erneut – und mit ihm sein Name

Ebenfalls bedingt durch den neuen Standort unseres Tierheims in Nied, erstreckte sich unsere Tierschutzarbeit auch immer mehr auf die westlichen Stadtteile Frankfurts. Die Resonanz in Frankfurt war so groß, dass viele Tierfreunde sich überraschend unserem Tierschutzverein als neue Mitglieder anschlossen und sich die Zusammensetzung unserer Mitglieder erheblich veränderte. Auch die Situation in Eschborn hatte sich verändert – dort hatte sich inzwischen ein eigener Tierschutzverein gegründet, der damit die Tierschutzbelange in diesem Gebiet betreute. Deshalb, und weil wir unseren neu hinzugekommenen Frankfurter Mitgliedern gerecht werden wollten, aktualisierten wir 1993 in der Mitgliederversammlung unseren Namen erneut in Tierschutzverein Schwalbach und Frankfurt-West e.V., der bis heute gültig ist.

Abschied und Wechsel

1994, nach 19 Jahren engagierter und vorbildlicher Arbeit im Tierschutz, trat Frau Christa Hausmann von ihrer aktiven Arbeit im Tierschutzverein zurück und gab das Amt der ersten Vorsitzenden weiter an die jüngere Generation. An ihre Stelle wurde Jürgen Schürger gewählt. Er war bereits seit 1988 Mitglied im Verein, kannte alle Abläufe durch seine aktive Mitarbeit in mehreren Ämtern, z. B. als Kassenwart.

Hattu Möhren? Oder – nur das Beste für unsere kleinen Lieblinge

Der Sommer 1994 war wieder von größeren Baumaßnahmen geprägt: Die Außenfassade unseres Katzenhauses wurde isoliert und verputzt, damit nicht mehr die Umgebung, sondern möglichst nur das Häuschen gewärmt wird. Im Herbst nahmen wir ein großes Projekt in Angriff, denn bisher konnten wir unsere flauschigen Lieblinge nur begrenzt im Tierheim unterbringen: Die neue Hasencity wurde errichtet und noch im gleichen Jahr von ihren langohrigen Bewohnern bezogen.


Höhen und Tiefen

Im Januar 1995 kam der erste wirklich große Rückschlag: Nach wochenlangem Regen trat der benachbarte Main über die Ufer und setzte unser liebevoll errichtetes Tierheim vollständig unter Wasser. Mit Hilfe der Feuerwehr wurden die Tiere (41 Katzen, 23 Kaninchen, 2 Meeris und 1 Hamster) und das Wichtigste aus dem Tierheim schnellstens evakuiert. Das Entsetzen über das Ausmaß der Katastrophe war zunächst riesengroß. Die einzige, die sich über das Hochwasser freute, war damals unsere Ente Daisy, die begeistert vom Hasengehege bis zum Main paddelte. Durch anschließende Aufrufe in den Medien fanden sich jedoch viele freiwillige Helfer und Spender, durch deren Unterstützung es uns gelang, den Tierheimbetrieb bereits nach sechs Wochen wieder aufzunehmen.

Im Mai 1995 feierten wir unser 20-jähriges Bestehen und fanden trotz der anfänglichen Schwierigkeiten dieses Jahres die Zeit, auch dafür eine kurze Chronik zu erstellen und ein angemessenes Sommerfest mit allen unseren Freunden zu feiern.

1996

…wurde leider zweimal in unser Tierheim eingebrochen und unser Computer und andere Gegenstände gestohlen. Die Tiere blieben jedoch glücklicherweise von den Einbrechern verschont.

1997

…musste unsere Hasencity bereits verbessert und umgebaut werden: Ihre Bewohner hatten sie derart eifrig untertunnelt, dass unsere Mitarbeiter beim Betreten unversehens einbrachen. Wir befestigten kurzerhand den Boden des Hauses mit Verbundsteinen.

Unser Tierheim vergrößerte sich!

Im Jahr 2000 wurde eine zweite Tierpflegerin eingestellt, da die Arbeit durch die hohe Anzahl der Tiere für eine Person nicht mehr zu schaffen war.

Durch die Erweiterung der beiden Katzen- Außengehege konnten nun wesentlich mehr Katzen aufgenommen werden.

Durch den Neubau eines Kleintierhauses im Jahr 2001 für Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse und Hamster fanden auch die kleinsten heimatlosen Tiere ein vorübergehendes Zuhause.

Und wieder kam der Main…

Im Frühjahr 2003 ereilte uns ein zweites Hochwasserschicksal. In einer kaum vorstellbaren spontanen Hilfsaktion vieler Tierschützer konnten wir alle Tiere innerhalb einer kurzen Zeitspanne in Pflegestellen unterbringen. Der Main war uns gnädig und überschwemmte dieses Mal nur einen Teil der Tierschutzanlage. Es zeigte sich, wie schon 1995, dass einige „Hochwassergeschädigte“ das Glück hatten, für immer in ihrer Pflegestelle bleiben zu dürfen.

2004

…übernahm nach dem Ausscheiden unserer Tierheimleiterin, Corina Perle, Monika Schirmer-Münch die Leitung. Zusätzlich haben wir Susanne Crummenauer als zweite Tierpflegerin eingestellt. Es wurde damit begonnen, einen neuen Platz für unseren Fischteich auszuheben. Zusätzlich wurde dort noch ein Barfußpfad für Kinder angelegt. Auch „Hasencity“, das Außengehege unserer Nager, wurde restauriert.

Am 15.05.2004 fand zudem unser erster Flohmarkt auf dem Tierheimgelände statt, der seitdem immer zwei Mal im Jahr eine Schar Besucher ins Tierheim lockt.

30 Jahre Tierschutz

Im Jahre 2005 konnten wir auf 30 Jahre Tierschutzarbeit zurückblicken. Vieles wurde bis dahin schon erreicht, aber es gab in den kommenden Jahren noch viel zu tun.

Im Eingangsbereich wurde der ehemalige Schweinestall umgebaut, es entstanden vier Katzengehege. Auch heute ist unsere „Villa Berta“ (benannt nach der ersten Bewohnerin) in den Sommermonaten noch immer sehr gut besetzt, vor allem Mutterkatzen mit ihren Kleinen finden hier einen ruhigen Platz.

Außerdem wurde der neue Teich fertiggestellt und die Fische und eine Schildkröte zogen in ihr neues Domizil um.

2005 übernahm noch Susanne Crummenauer die Tierheimleitung und mit Petra Decken wurde eine neue Tierpflegerin eingestellt.

Ende des Jahres wurde unser Tierheim durch einen großen Verlust erschüttert. Unsere erste Vereinsvorsitzende, Christa Hausmann, verstarb im Dezember 2005.

Unsere ersten Bayern

2006 haben wir erstmals mit unserem befreundeten Tierschutzverein in Donauwörth zusammengearbeitet und ein gutes Dutzend Katzen aus dem bayerischen Idyll übernommen. Da die Vermittlung dieser entzückenden und überaus unkomplizierten Tiere so gut funktionierte, unterstützen wir auch heute noch, wenn es unser Platz zulässt, das dortige Tierheim.

Im Jahr 2006 erschienen zum letzten Mal unsere „Tierschutz-Nachrichten“, da die Druckerei nicht mehr existierte und sich leider kein bezahlbarer Ersatz fand.

Ganz viel Neues 2007

Anfang 2007 übernahm Petra Decken die Tierheimleitung von Susanne Crummenauer, unterstützt von einigen 1-Euro-Kräften. Außerdem trat unser 1. Vorsitzender, Jürgen Schürger, zurück, blieb dem Vorstand aber als Beisitzer erhalten. Ihm folgte mit Katharina Pavlicevic-Preis wieder eine Frau.

Da die Anzahl der Tiere von Jahr zu Jahr stieg und auch immer mehr alte Tiere bei uns abgegeben wurden, entschlossen wir uns dazu, den Seniorenkatzen ihr eigenes Reich zu schaffen. Leider werden ältere Tiere von jüngeren gerne mal gemobbt und das galt es zu verhindern: Gesagt – getan, dank des Nachlasses von Frau Lore Brei konnte ein alter Wohnwagen gekauft und mit viel Liebe zum Detail für die rüstigen Rentner eingerichtet werden. Im Oktober zogen dann die ersten Bewohner in unsere Seniorenresidenz „Casa Senila“ ein.

2008

Auch unsere Oldies genießen gerne mal die frische Luft und so wurde in diesem Jahr ein Außengehege um die Casa gebaut.

Nach über 30 Jahren stellt der Hessische Rundfunk die Sendung „Herrchen gesucht“ ein, in der wir auch häufiger zu Gast waren. Eine Katze, die über das Fernsehen vermittelt werden konnte, war Angie, die im stolzen Alter von 29 Jahren noch viele Interessenten haben wollten. Sie lebte noch zwei Jahre glücklich bei ihren neuen Besitzern.

Auf den Geschmack gekommen

Nicht nur die Zahl der Katzen stieg, sondern auch die Zahl der Kleintiere bzw. Kleinsttiere. Unsere Kleintierhütte platzte 2009 langsam aus allen Nähten und so musste eine Lösung her. Da wir mit unser Seniorenresidenz so gute Erfahrung gemacht haben, war schnell klar: Eine Wohnwagen für Ratten, Mäuse und Co, das wär´s! Durch einen glücklichen Zufall wurde uns ein kleiner Wohnwagen gespendet, der schnell umgebaut und dank eines Graffitikünstlers optisch aufgewertet wurde. Der „Micky-Maus-Wagen“ war geschaffen.

Einbruch mit Folgen

2010 haben uns leider erneut Einbrecher heimgesucht. Die Täter öffneten Boxen und Türen, 10 Katzen waren zunächst verschwunden. Glücklicherweise haben wir 9 Katzen wieder gefunden, von einem Kater fehlt allerdings leider bis heute jede Spur.

Ereignisreiches Jahr 2011

Gleich zu Jahresbeginn hatten wir aufgrund des strengen Winters mit gefrorenen Wasserleitungen und längeren Stromausfällen zu kämpfen, unsere fleißigen Helferlein wurden ordentlich herausgefordert.

Im März 2011 fand unsere Tierärztin, Frau Braun, 5 Hundewelpen in einer Plastiktasche an ihrer Praxistür. Die ca. 4 Wochen alten Welpen wurden zunächst in der Praxis aufgepäppelt und lebten dann bis zu ihrer Vermittlung im alten Hundezwinger, der zuvor von Hühnern bewohnt wurde. Alle 5 fanden rasch ein schnelles Zuhause. Einer jedoch, unser Pauli, kam aus der Vermittlung zurück, fand bei Petra Decken ein neues Zuhause und wurde zum Liebling der Tierheimbesucher.

Nach dem Auszug der Welpen wurde der Hundezwinger in ein Katzengehege umgebaut und durch ein kleines Außengehege erweitert.

Im Sommer war es dann endlich soweit: Unsere erste Auszubildende, Snjezana Sajnovic, begann ihre Ausbildung bei uns. Die Finanzierung übernehmen zum Großteil die Gesellschaft für Jugendbeschäftigung, das hessische Bildungswerk und die Fraport-Stiftung.

Im Oktober verstarb eine unserer ersten Bewohnerinnen der „Casa Senila“, unsere Nina, im stolzen Alter von 17 Jahren. Sie lebte 3 Jahre bei uns im Tierheim, da ihr Besitzer aus beruflichen Gründen umziehen musste und sie nicht mitnehmen konnte (bei einer Bohrinsel haben sogar wir Verständnis dafür) Nina wuchs uns allen sehr ans Herz, anfangs ziemlich biestig und eine kleine Hexe, aber später eine sehr verschmuste, rüstige Dame.

2011 war außerdem unser Jahr des Igels, wir können uns nicht erinnern, jemals so viele Igel über den Winter in unserer Obhut gehabt zu haben.

Schicksalsreich ging es 2012 weiter

Bei der Jahreshauptversammlung im März trat Katharina Pavlicevic-Preis als 1. Vorsitzende nicht mehr an und übergab ihr Amt an unsere Tierheimleiterin, Petra Decken.

Im Mai mussten wir schweren Herzens und viel zu früh Abschied von Jürgen Schürger nehmen. Er war mehr als 20 Jahre Mitglied unseres Vereins und 13 Jahre 1. Vorsitzender. Er verlor den Kampf gegen den Krebs. Wir vermissen ihn nach wie vor sehr!

Doch auch der Rest von 2012 war uns nicht wohl gesonnen: Durch die heimtückische Katzenseuche, eingeschleppt von einer Fundkatze, verloren zu viele Katzen ihr Leben. Für einige Wochen durften wir keine neuen Katzen aufnehmen.

Im November wurde dann erneut ins Tierheim eingebrochen, es wurde alles durchwühlt und 2 Katzen verschwanden. Eine der Katzen ist wieder da, von Kater „Sylvester“ fehlt leider immer noch jede Spur.

Und wenn man denkt, es kann nur besser werden…

…kamen Anfang 2013 erneut Einbrecher ins Tierheim. Diesmal gab es glücklicherweise nur Sachschaden, aber trotzdem sehr ärgerlich. Kaum war das Fenster ersetzt, musste ein Neues her. Aber wir ließen uns nicht unterkriegen: „Das Ausmessen des Fensters können wir uns diesmal sparen“. Rasch ging der Tierheimalltag weiter. Das Fenster wurde noch im gleichen Monat mit einem Gitter versehen.

Im Mai verstarb eine Tierfreundin, die einige Jahre zuvor zwei Katzen aus unserem Tierheim übernommen hatte. Sie setzte den TSV Schwalbach und Frankfurt-West e.V. als Erben ein und wir konnten endlich mit der Planung einer überfälligen Kranken- und Quarantänestation beginnen.

Im Sommer begann mit Melanie Scheibe unsere 2. Auszubildende bei uns. Auch hier wird die Finanzierung maßgeblich durch öffentliche Stellen und Stiftungen gefördert.

Statt „Herrchen gesucht“ jetzt „Pfotenhilfe“ auf Tiervision.de

Die neuen Medien werden immer mehr genutzt. Im Juli 2013 stellten wir das erste Mal Tiere im Internetfernsehen bei Claudia Ludwigs www.tiervision.de vor. Am 15.Mai lief die Sendung mit Katzenbeteiligung aus dem Tierheim Nied.

Der Aufwärtstrend geht weiter

Im Februar 2014 wurde unser ehemaliger Hundezwinger, der inzwischen schon als Katzengehege genutzt wurde, nochmals umgebaut. Leider gibt es immer mehr scheue Katzen, die nicht mehr an ihre Futterstelle zurück können und so war uns klar, auch diese Katzen brauchen ein sicheres Zuhause. Die Idee des Katzendschungels war geboren und so bekamen unsere „Wilden“ einen großen, ausbruchsicheren Außenbereich mit vielen Versteckmöglichkeiten.

Die Katzen fühlten sich dort so pudelwohl, dass sie sogar allmählich die Scheu vor dem Menschen verloren, einige Tiere konnten inzwischen in ein neues Zuhause umziehen.

Am 4. April wurde Petra Decken zu einem besonderen Einsatz gerufen:

In einer Gartenanlage lief eine Siamkatze umher, bei der ein Baby im Geburtskanal stecken blieb. Frau Decken fackelte nicht lange, schnappte die Katze und fuhr sofort zu unserer Tierärztin. Dank des raschen Eingreifens aller Beteiligten erblickten 7 Katzenwelpen per Kaiserschnitt das Licht der Welt. Auch das Sorgenkind „Stöpsel“, er steckte im Geburtskanal fest, war wohlauf.

Dank der liebevollen Fürsorge unserer Pflegemama, Frau Haas, wuchsen alle prächtig heran und fanden neue Familien. Stöpsel lebt heute bei unserer 2. Vorsitzenden und ist ein richtiger Prachtkater geworden.

2 Jahre nach der Katzenseuche konnten, nach gründlicher Renovierung, endlich wieder Katzenmütter mit ihren Kleinen in die „Villa Berta“ ziehen.

Snejzana Sajnovic beendete im Sommer mit Erfolg ihre Ausbildung und unterstützt uns seitdem im Tierheim. An ihre Stelle rückte als neue Ausbildungsanwärterin Laura Noack, die bei uns derzeit ihr Einstiegsqualifizierungsjahr absolviert.

Und auch dieses Jahr vergrößerte sich unser Tierheim wieder um einen Wohnwagen.
„Uschis Castle“! Uschi war eine chronisch-kranke Katze, die bis zur Vermittlung dauerhaft in einer Quarantänebox hätte leben müssen. Glücklicherweise hat Uschi inzwischen ein neues Zuhause gefunden. Leer stand der Wohnwagen auch nach Uschis Auszug allerdings bisher noch nicht….

2015

Anfang des Jahres konnte endlich unser maroder Tierheimzaun fachgerecht ersetzt werden. Er macht unser Tierheim hoffentlich etwas ein- und ausbruchsicherer.

Außerdem beauftragten wir einen Architekten, der uns bei der Umsetzung der Kranken- und Quarantänestation helfen soll.

Zum Ende der 40 Jahre hat uns kürzlich noch ein trauriger Vorfall erschüttert: Unser geliebter Hund Paul ist Anfang April von uns gegangen. Die Sorglosigkeit einer Person, die die Hunde am Zaun mit rohem Hühnerfleisch fütterte, führte dazu, dass Paul schwer erkrankte und letztendlich den Folgen erlag. Wir alle trauern sehr und jeder, den Paul einmal hier im Tierheim begrüßt hat, erinnert sich sicher gerne an diesen wundervollen Hund zurück.

Ein Herz für kleine Wildlinge

Ein ganz großer Dank geht an Hanne Klein und ihren Mann Horst. Die beiden kümmern sich um kleine Vögel und so ziemlich alle Babys kleiner Wildtiere: Also Kaninchen und Hasen, Eichhörnchen, Sieben-, Garten- und Baumschläferkinder, sowie alle Arten von Singvögelkindern werden von Hanne liebevoll aufgepäppelt und auf das spätere Leben in der Freiheit vorbereitet.

Da es sehr kompliziert und zeitaufwendig ist, diese kleinen Wildtiere aufzuziehen, sind wir sehr glücklich, dass es unsere Hanne mit so viel Liebe und Wissen macht. Denn es gibt in ganz Frankfurt keine andere Anlaufstelle für kleine Wildtiere!

Tiere, die über Jahre das Tierheim geprägt haben bzw. heute noch tun.
Ein paar Samtpfoten, deren Handicap einer erfolgreichen Vermittlung im Wege stand:

Frau Rossi wurde 2007 als vermeintlicher Fundkater Herr Rossi ins Tierheim gebracht, weil rote Samtpfoten fast immer Kater sind. Sie blieb als Bürokatze, die alles markierte und an chronischem Schnupfen litt („Frau Rotzi“), und machte uns immer viel Spaß. Sie wurde 2010 leider am Nieder Kirchweg überfahren.

Pollonius, 17 Jahre, kam wegen unverbesserlicher Markiererei vor 9 Jahren zu uns und lebt seither bei uns auf dem Gelände und seit diesem Winter alters- und gesundheitsbedingt in der Casa Senila.

Cäsar, 10 Jahre, kam vor 7 Jahren aus einem Messihaushalt mit 78 Katzen zu uns und wohnt seither im Büro und auf dem Gelände. Auch ihm konnten wir das Markieren leider nicht abgewöhnen.

Angie wurde im Jahr 2004 von Margit Stein eingefangen und war total von Maden zerfressen. Sie kam gerade so mit dem Leben davon, blieb aber leider unsauber und lebt noch immer bei uns auf dem Gelände und auch bei den Gartennachbarn.

Unsere „Tierheimgang“

Pippo, ein Fundhund aus Schwalbach, wurde uns im Jahr 2011 vom dortigen Ordnungsamt gebracht und nachdem sich keine Besitzer.

Die Geschichte von Paul finden Sie ausführlich in der Chronik im Jahr 2011, das traurige Ende unter 2015.

Melvin, die Dogge unserer Mitarbeiterin Snjezana Sajnovic, der seit 2011 hier tagsüber nach dem Rechten schaut. Seit ein paar Monaten hat er einen guten Freund, den Hund Pan, den Snjezana vor dem Dasein als Straßenhund rettete.

Oscar, der Hund von Petra Decken, der ursprünglich vermittelt werden sollte, ist als leicht behinderter Hund bei ihr geblieben und bewacht tagsüber den Zaun und begrüßt die Besucher.

Jack ist der Hund von unserer Laura Noack, den sie winzig klein in Italien von der Straße rettete.

Und last but not least die wilde Freya, die aus der Smeura in Rumänien, dem größten Tierheim der Welt, kommt und eigentlich ein Zuhause suchte. Aber da ihr Freund Pauli starb, darf sie wohl als Zweithund bei Petra Decken bleiben.

Fangaktionen verwilderter Katzen

Die Arbeit in den Stadtteilen ist genauso wichtig wie die tägliche Tierschutzarbeit im Tierheim, um der ungehinderten Vermehrung verwilderter Hauskatzen entgegenzuwirken.

Auch in den westlichen Stadtteilen Frankfurts gibt es wie überall Hunderte verwilderter Hauskatzen, die durch Umstände, die wir gar nicht genauer schildern wollen und können, gezwungen sind, sich täglich selbst am Leben zu erhalten. Diese Kätzinnen und Kater sind i. d. R. unkastriert, scheu und hatten noch nie mit Menschen Kontakt. Wenn diese armen Geschöpfe Glück haben, finden sie tierliebe Menschen, die sie regelmäßig füttern und sich um ihre Gesundheit sorgen.

Weibliche Tiere bekommen 2-3 Mal im Jahr Junge und ziehen sie in geschützten Verstecken groß. Diese Jungtiere sind extrem scheu und die Mütter bringen sie im Alter von ca. 5 bis 7 Wochen mit an die Futterstelle. Dies ist der Zeitpunkt, wo die Tierfreunde den Tierschutzverein auf den Plan rufen, damit die Mutterkatze und die Welpen eingefangen werden können.

Wenn der Fortbestand der Futterstelle gewährleistet ist, die Katzenmutter sehr verwildert und scheu ist, wird sie mit Hilfe von einer Lebendfalle eingefangen, vom Tierarzt kastriert, gekennzeichnet und nach einigen Tagen wieder in die Freiheit entlassen. Das Muttertier wird aber erst eingefangen, wenn alle Welpen schon in Sicherheit sind.

Der Einsatz einer Wildkamera, die über einige Nächte im Vorfeld der Fangaktion aufgestellt wird, sowie Gespräche mit Katzenfreunden vor Ort klären oftmals die Anzahl und den Gesundheitszustand der Tiere und ggf. die Zusage der Betreuung einer Futterstelle.

Es ist gleichbedeutend wichtig, dass sowohl alle vorhandenen weiblichen als auch männlichen Tiere an einer Fangstelle gefangen und kastriert werden. Tut man dies nicht, entsteht ein Jojo-Effekt und der Bestand wird innerhalb von nur 1-2 Jahren wieder genauso groß sein wie vorher und im Anschluss weiter wachsen. Nur so kann die extreme Katzenvermehrung verringert werden.

Es ist daher auch an Futterstellen ohne Jungtiere absolut notwendig, unkastrierte Tiere einzufangen und fortpflanzungsunfähig zu machen – manchmal befinden sich bis zu 20 Tiere an einer Futterstelle. Werden es mehr, wandern Katzen ab und suchen sich ein weniger stark besiedeltes neues Revier.

Es gibt auch Stellen, wo verwilderte Katzen leben und es keine betreute Futterstelle gibt, sondern wo Katzenhasser die Tiere fangen, erschießen, vergiften, jagen oder quälen. Auch dort müssen wir eingreifen und die Katzen wegfangen, um deren Leben zu schützen. Sie verbleiben dann im Tierheim und wenn sie Glück haben, fassen sie irgendwann Vertrauen zum Menschen und finden ein Zuhause.

Das Beste für solche scheuen freiheitsliebenden Katzen sind jedoch Plätze wie Bauernhöfe, wo sie nach einer räumlich begrenzten Eingewöhnung von 4-8 Wochen wieder frei leben können, dann aber wissen, wer ihre Bezugs- und Futterperson ist und wo sie ihr tägliches Futter bekommen. Ohne diese Voraborientierung würden sie einfach flüchten und weglaufen und ihr Schicksal wäre erneut ungewiss.

Anbei die sogenannte Katzenpyramide, die verdeutlichen soll, wie schnell sich Katzen innerhalb von kurzer Zeit vermehren können. Kätzinnen werden bereits ab dem 4. Lebensmonat geschlechtsreif, Kater in der Regel zwischen dem 6.-8. Monat. Aus einem Katzenpaar in 10 Jahren können somit über 80 Millionen Nachkommen entstehen.

Die folgende Grafik gibt Ihnen einen Überblick, wie viele Tiere seit 1999 überwiegend von unseren ehrenamtlichen Helfern eingefangen, kastriert und meist anschließend wieder ausgesetzt wurden (insgesamt 1.151 Tiere). Allen, die sich finanziell an den Kastrationen beteiligt haben, sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt.

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