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Trauriges

Unser Maxi

Unser Maxi Heute mussten wir dich mit deinen 17 Jahren gehen lassen. Keine leichte Entscheidung, denn du warst ein fester Bestandteil unseres Tierheims. 2006 kamst du zu uns, weil du wegen deiner Aggression eingeschläfert werden solltest. Also wurdest du bei uns auf dem Gelände „ausgewildert“ und konntest selbst entscheiden ob du Kontakt zu Menschen möchtest oder nicht. Da wir von Kleingärten umgeben sind hattest du dort zusätzlich genug Möglichkeiten dir ein neues Heim bzw Unterschlupf zu suchen. Einen Gartennachbarn hattest du besonders ins Herz geschlossen und bei ihm warst du immer willkommen und hast ein Plätzchen sowie Futter gehabt. Da wir aber auch leckeres Futter auf dem Gelände für die frei lebenden Katzen haben, bist du auch immer mal zu uns zum schnabulieren gekommen. Je älter du wurdest, desto entspannter bist du geworden.

2019 kam dann eine sehr unangenehme Zeit auf dich zu. Denn dir musste aufgrund eines bösartigen Tumors ein Vorderbein amputiert werden. Wir erinnern uns noch sehr gut dran, denn es war zu der Zeit gerade das Sommerfest bei uns in vollem Gange. Nach dem Du dich erholt hast bist du in unser Seniorenheim gezogen. Das dir ein Beinchen fehlt ist dir sehr schwer gefallen. Anfangs wolltest du garnicht wirklich laufen und wir hatten Angst das dich die Situation und Umstellung zu sehr belastet und du aufgibst. Nach mehreren Monaten hat es aber scheinbar klick gemacht und du hast dich sehr widerstrebend damit abgefunden. Du warst unser Milch König ❤️ damit konnte man dich immer locken oder auch besänftigen. Wir haben soviel gemeinsam durch gemacht und so eben auch heute deinen Abschied. Du hast viele Fans gehabt bei unseren Helfern und auch die ein oder andere Patenschaft. Deine großen Kulleraugen und Fledermausohren werden uns sehr fehlen 😢

Frau Rossi: Ein Nachruf

Im Sommer 2007 erhielten wir an einem Sonntag mittags den Anruf einer Nachbarin. Sie meinte „Sie arbeiten doch im Tierheim“ und berichtete von einem kleinen „Kätzeli“, das sich seit einigen Tagen immer wieder in ihrem Garten blicken lässt, aber offenbar niemandem gehört. Zunächst habe es das angebotene Futter gierig verschlungen, nur seit wenigen Tagen würde es kaum noch was fressen. Wir möchten doch bitte nachsehen, ob es vielleicht krank sei.
Wir überzeugten die Tierfreundin, dass wir hierzu das Kätzchen zur Untersuchung mit ins Tierheim nehmen müssen. Da es sich ja nach ihrer Aussage lediglich um ein kleines Tier handelte, sind wir mit einem Transportkäfig für Kaninchen angerückt, um den kleinen Rumtreiber einfangen zu können.

Die Katze war zunächst recht scheu und lief immer wieder vor uns Fremden weg, aber irgendwann ließ sie sich doch einfangen. Da sie an dem heißen Tag im Auto auf dem Weg ins Tierheim in der leider doch sehr engen Box so kläglich miaute, öffneten wir den Deckel und sie machte es sich im Fußraum bequem.
Aufgrund der rot/weißen Färbung nahmen wir an, dass es sich um ein Katerchen handeln musste und beschlossen, ihn „Herr Rossi“ (in Anlehnung an die alte Zeichen- trickserie „Herr Rossi sucht das Glück“) zu nennen. Noch bevor wir am Ziel waren, nahm Herr Rossi eine typische Stellung ein und setzte uns ein übel stinkendes, sehr dünn- flüssiges Häufchen in den Fußraum, so dass wir das Tierheim nur noch mit weit geöffneten Autofenstern erreichen konnten.

Eine erste Untersuchung durch unsere Katzenexpertinnen ergab, dass es sich bei dem „jungen Katerchen“ um eine abgemagerte Kätzin mit nur noch drei Zähnen handelte, die später von unserer Tierärztin aufgrund ihres schlechten Allgemeinzustandes auf mindestens 15 Jahre geschätzt wurde. Außerdem hatte sie Milben und ihr Magen vertrug die ersten Tage selbst das leckerste Katzenfutter nicht. Das war auch kein Wunder, schließlich hatte sie sich zuletzt nicht gerade gesund ernährt, denn sie bekam ungesunde „Menschenkost“ zu fressen. Da der Name nun nicht mehr passte, wurde aus Herr Rossi schließlich kurzerhand Frau Rossi !

Nach wenigen Wochen schlug die Behandlung unserer Tierärztin und die aufopferungsvolle Pflege unserer Angestellten und Helfer endlich an, ihr Gesundheitszustand verbesserte sich zusehends. Leider blieb der letzte Zahn auch noch auf der Strecke, bzw. ist einfach ausgefallen, aber das schien ihr nichts auszumachen. Sie fraß auch ohne Zähne weiter und hatte ständig Hunger!

Zwischenzeitlich war sie für ein paar Wochen bei unserer Pflegestelle für Problemfälle und alte Katzen untergebracht. Doch dort konnte sie nicht bleiben; sie ertrug es nicht, bei den vielen anderen Katzen nur die „zweite Geige“ zu spielen und wurde unsauber. So kam Frau Rossi wieder zurück und war ab sofort unbestritten die Königin in unserem Tierheim.

Sie entschied natürlich selbst, wer ihr nahe kommen durfte und wer nicht. Sie wohnte auch nicht in einem der beiden Katzenräume, sondern residierte nur an den schönsten Plätzen in Küche, Büro oder Außenbereich. Inzwischen trug sie stolz ein leuchtendes Halsband und begrüßte häufig neugierig Besucher bereits am Eingang und begleitete sie beim Gang über das Tierheimgelände. Bei unserem Flohmarkt im Herbst 2007 wurde sie uns mehrfach von Besuchern als vermeintliche Ausreißerin „zurückgebracht“, ohne sich gegen die Handgreiflichkeiten durch die ihr fremden Menschen zu wehren.

Im Gegenteil, sie hat es eindeutig genossen, im Mittelpunkt zu stehen und erfreute sich sehr an der täglichen Abwechslung im Tierheim. Sie hat sich auch mit den anderen „Dauergästen“ im Tierheim (z. B. Jakob, Polonius, Großer) gut verstanden. Wie alt sie wirklich war, haben wir leider nie erfahren. Von uns aus hätte sie bei uns, und wir mit ihr, durchaus noch ein paar schöne Jahre zusammen verbringen können. Von Zeit zu Zeit trieb sie jedoch ihre Neugier auch immer mal aus dem Tierheim heraus. Das wurde ihr schließlich zum Verhängnis, denn an einem Wochenende im August 2009 kam sie von einem Ausflug nicht mehr heim und wir fanden sie (bzw. das was von ihr übrig blieb) überfahren am Straßenrand in der Nähe unseres Tierheims.

Wir sind alle schockiert und tieftraurig und sagen Arrividerci und vielen Dank, Frau Rossi.

Eine Gedenkplatte im Tierheim an einem deiner Lieblingsplätze soll ein Zeichen sein, dass wir uns immer an dich erinnern.

Im Namen des Vorstands und aller Helferinnen und Helfer
Martina und Jürgen Schmeißer

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